Mit Beginn der industriellen Fertigung von Gegenständen begann die Geschichte des Designs. Die Menschen nahmen immer bewusster den Zusammenhang zwischen Form, Funktion und industrieller Herstellung wahr. Zunächst waren es Künstler, die Dingen des täglichen Bedarfs eine neue Gestalt gaben. Gab es beim Handwerk noch einen unmittelbaren Kontakt zwischen Hersteller – dem Handwerker – und Kunden, verschwand dieser mit der industriellen Fertigung: Die Kunden waren anonym und die Künstler, die sich um die Form der Produkte bemühten, mussten diesen anonymen Geschmack erspüren.
Das führte dazu, dass die Stile früherer Jahrhunderte kopiert wurden, sich noch kein eigenes industrielles Design herausbildete. Es entstand Kunsthandwerk und
Werkstätten, eine frühe Designreform und Avantgarde. Dass industriell hergestellte Produkte attraktiv gestaltet werden müssen, damit sie Käufer finden, wurde zum ersten Mal wichtig, als es 1920 eine erste Überproduktion gab. Der moderne Designer sorgte für das Industrial Design des amerikanischen Kapitalismus. Mit Beginn des Versandhandels und der ersten Supermärkte wurde eine Vielzahl neuer Produkten hergestellt. Hier war die Autobranche die erste Branche: 1926 gründete General Motors eine neue Abteilung für “Art and Color”. Regelmäßige Kosmetik der einzelnen Automodelle sollte für mehr Absatz sorgen, welches man später einfach Styling nannte. In anderen Branchen wurde die Methode schnell kopiert und ab jetzt fanden industrielle Gestalter Arbeit.
In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts öffnete die Bewegung der antiautoritären Jugendlichen die Form der Dinge. Popkultur und der Wunsch, nicht konform mit dem Bürgertum zu leben, schufen die Voraussetzung für das, was später als Lifestyle-Konsum bezeichnet wurde. So wurden Marken zu Statussymbolen und der Beruf des Designers zum Traumberuf.
Längst wird der Begriff Design auch in anderen Zusammenhängen gebraucht:
- Seitdem es Fotografie gab, gab es ebenfalls den Wunsch nach einer Gestaltung der Wirklichkeit, die abgebildet wird. Fotodesign ist mehr als Fotografie – es ist die kreative Auseinandersetzung mit Foto und Film.
- Als die Kleidung ebenfalls industriell gefertigt wurde, ist Modedesign nicht mehr wegzudenken. Entwurf und Gestaltung der Mode und des Zubehörs werden von ausgebildeten Modedesignern erarbeitet.
- Grafikdesign gibt es seit 1922. Hier sollen visuelle Inhalte in den Schwerpunkten Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in den unterschiedlichen Medien den Menschen eine Botschaft vermitteln.







